Auf dem Wege zur Durchsetzung der Rassenideologie waren die Katholische Kirche, die Bekennende Kirche sowie kirchentreue Christen in den Augen der Nationalsozialisten die einzigen nennenswerten Gegner. Gleichwohl werden sie heute beschuldigt, den Holocaust ausgelöst, zumindest geduldet zu haben. Der antichristliche Kampf von damals wird also heute - wenn auch mit anderen Schlagworten weitergeführt.
Warum ist dieses Buch so wichtig?
Weil der Zeitgeist sich wiederholt.
Nie wieder! - lautet zwar die ebenso richtige wie wichtige Parole angesichts der nationalsozialistischen Verbrechen. Und doch drängt sich die Frage auf: Hat die Gegenwart aus dieser Vergangenheit gründlich gelernt? Auf dem Wege zur Durchsetzung der Rassenideologie waren die Katholische Kirche, die Bekennende Kirche sowie kirchentreue Christen in den Augen der Nationalsozialisten die einzigen nennenswerten Gegner. Gleichwohl werden sie beschuldigt, den Holocaust ausgelöst, zumindest geduldet zu haben. Der antichristliche Kampf von damals wird also heute - wenn auch mit anderen Schlagworten - fortgesetzt. Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter" und der Film "Amen" sind dafür die bekanntesten Belege.
Konrad Löw, Jurist und Politologe an der Universität Bayreuth sowie Zeitzeuge jener Epoche, hat Dokumente und Argumente zusammengetragen, die den Leser befähigen, die früheren Generationen angelastete Schuld sachkundig und moralisch einwandfrei zu prüfen. Dutzende von amtlichen Erklärungen beweisen, dass die Kirchen nicht geschwiegen haben, wie auch die Hilfsbereitschaft ohnehin diskriminierter Christen zugunsten der existentiell gefährdeten Juden nicht nur aus zahlreichen Zeugenaussagen, sondern auch aus unzähligen Schriftstücken belegt werden kann.
Nicht ein effekthaschendes Drehbuch führt Regie, sondern exakt belegte Geschichte. Es geht um die Frage: Was war wirklich? Doch letztlich geht es nicht um Geschichte, sondern um Gegenwart und Zukunft. Falls die Christenheit damals schwer versagt hätte, wäre sie dann heute noch legitimiert, gegen die Verletzung der Menschenrechte ins Feld zu ziehen, wäre sie dann immer noch eine glaubwürdige moralische und religiöse Instanz? Deshalb ist dieses Buch mehr als eine historische Replik, es ist unverzichtbar.
Inhalt:
Einführung - Vor dem Forum des Weltgewissens
Teil 1
Deutschlands Christen und Juden in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts Kaiserreich - Erste deutsche Republik - Leben und Sterben unter dem Hakenkreuz - Die Nachkriegsära
Teil 2
Christen und Juden im Gefüge der NS-Weltanschauung und -Politik Beurteilung der Christen im Verhältnis zu den Juden durch die NS-Elite, durch die Partei und durch den Staat
Teil 3
Dem Mord geht der Rufmord voraus Das Bild und die Wirklichkeit - Kriterien des Urteilens - Warum die Fehlurteile? - Nur das Ganze ist das Wahre - Ein höchstpersönliches Schlusswort
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